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Donnerstag, 8. März 2007

Ganz schwere Lektion für mich

Wenn ich sage:"Ich habe schließlich meinen Stolz", dann unterstütze ich mein Ego, und damit verwickele ich mich noch mehr in Probleme.
aus: "Ein guter Mensch sein" von Loden Sherab Dagyab Rinpoche

(Denn: dieses Stolzsein - wie eine wilde Spanierin sagt man - das ist mir oft das letzte Mittel, wenn ich denke, ich gehe sonst gleich unter. Dies abzulegen scheint mir fast unmöglich.)

Dienstag, 6. Februar 2007

Zeit

Ich las, es gebe ein kleines Volk in den Anden, in dessen Zeitvorstellung, in dessen Sprache also auch, die Vergangenheit VOR und die ZUKUNFT hinter den Menschen liegt. Denn die Vergangenheit sieht man vor sich und die Zukunft sieht man nicht. Auch in Gesten zeigten jene in den Anden weit nach vorne, wenn etwas weit "zurück"liegt.
(Da merke ich gleich, wie ich aus unserer sprachlichen Gewohnheit nicht raus finde...)
Es ist interessant, sich so herum alles vorzustellen und zu überlegen, was sich verändert.

Sonntag, 12. November 2006

Exzentrizität...

Durch meine Exzentrizität (das „Ich“ geht in Abstand zum „Selbst“) wird das Bewusstsein von den Vorgängen in einem „Selbst“, den Stimmungen, Leibgefühlen und Wünschen, zunächst klarer: Wenn ich sie in Worte fassen kann, erhöhe ich mit Hilfe der Sprache mein Bewusstsein von mir selbst (Introspektionsfähigkeit, Bewusstheit), unter Umständen auch die Intensität meiner Stimmung. Wenn ich bewusst wahrnehme, wie ängstlich ich bin, erhöht sich meine Ängstlichkeit unter Umständen. Man gerät aber von einem gewissen Grad der Exzentrizität an in Gefahr, den Kontakt zu sich „Selbst“ wieder zu verlieren, in dem man sich dann eher beim „Beobachten“ wahrnimmt als beim „Spüren“. Man könnte auch sagen: Ich bin eher im Kontakt mit meinem „Ich“ als mit mir „Selbst“. Auf diese Weise kommen dann gelegentlich die unauthentischen Zustände und Aussagen zustande, die die Grundalge vieler Psychologie-Witze bilden, z.B.:“Ich spüre gerade, dass ich unheimlich wütend auf dich bin“ statt: „Hör mal, das geht jetzt zu weit“.


Rahm/Otte/Bosse/Ruhe-Hollenbach: Einführung in die Integrative Therapie

Montag, 31. Juli 2006

Gebet

...es gibt kein Ziel, man ist immer schon am Ziel. Der erfüllte Augenblick liegt in keiner Zukunft, sondern er ist immer schon da, man muß ihn nur ergreifen, indem man lernt, ganz gegenwärtig, geistesgegenwärtig zu sein.

R. Safranski, "Nietzsche"

Mittwoch, 26. Juli 2006

Schwüle

Die Schwüle wächst und wächst.
In mir tropft es wie außen.
Waschen.
Und Wachsam sein.
Waschen.
Waschen.
Vergangenheit im Eisschrank.
Füße ohne Wind.
Komisches Gefühl.
Waschen.
Wachen.
Wachsen.

Montag, 29. Mai 2006

...

Verändert sich das Gefühl, wenn ich die gedankliche Story jetzt einmal fallen lasse und nur die Energie wahrnehme?... und wie verändert sich dadurch der im Augenblick stattfindende Prozess in mir?

(via www.jadefrau.twoday.net - Danke!)

Ja, das tut es.

Schon dadurch, dass man es sich anschauen kann und darf, entsteht Vertrauen. Sind unangenehme Gefühle immer Vertrauensdefizite?

Montag, 6. März 2006

Hinweis

Sprich nie ueber das, was du magisch wandeln willst.

(Luisa francia)

Mittwoch, 1. Februar 2006

Meditation. Vielleicht.

Die Freude zur Freude aller, in der die Freude aller erscheint.
Im Licht. Erfahrbar. Trainierbar.
Aber nicht das Training von diesem oder jenem.
Sondern, das, was wirklich zugrunde liegt, trainieren.
Schwierig, dem alltäglichen Gaukelspiel zu entrinnen.
Aus einem willkürlichen Wahrnehmungssegment werden Heerströme von Gedanken.
Sie verfestigen sich wie Knetgummi. Sie beschmutzen und verfinstern die reine Durchlässigkeit des Geistes. Gaukeln ihm eine Wirklichkeit vor, in der er nicht sein darf, was er ist und kann.
Wenn er sich zu sich selbst befreit, kann er das Schlammgeröll hinwegfegen.
Noch ist es schwer, vielleicht ist es wie beim Fensterputzen, wenn dicker, hartnäckiger Schlamm sich festgesetzt hat.
Angst, die nur Angst der Gedanken vor den Gedanken ist.
Umgekehrt, Freude, die nur Freude an der Freude ist.
Dankbarkeit. Schwäche. Gewissheit.
Zweifel sind komisch, Angst ist komisch. Es gibt diese Dinge. Es gibt sie nicht.

Kleine Freiheit bewältigen?!

Jemand kam auf diese Seite mit der Sucheingabe "Schwierige Situationen bewältigen".
Das rührt mich irgendwie.
Obwohl´s mich selbst gerade runterknockt.
Ich habe mir zwei Tage Auszeit verordnet, weil ich durchgefroren, erschlagen und etwas erkältet bin.

Es wäre schön, eine solche Pause einfach genießen zu können, stattdessen greifen mich ganz klischeehaft die Dämonen von allen Seiten an - die im Büro wachsen ins Übergroße, jetzt, wo ich sie dort alleine gelassen habe.

Jene nicht-neurotische Leichtigkeit wünsche ich mir, mich einfach der kleinen Freiheit hinzugeben.

Donnerstag, 19. Januar 2006

Leid und Gefühl

Mitleid und Mitgefühl ist nicht dasselbe. Immer wieder mal versuche ich, in der letzten Zeit, heraus zu bekommen, wo der Unterschied wohl liegt.

Mehrfach bat ich den Liebsten doch etwas mehr "Mitleid" mit mir zu haben, meinte mit mir in der kräfteverzehrenden Sitaution. Er wies das weit von sich. Traumatisiert ist er ohnehin bei diesem Wort - als seine langjährige Freundin ihn verließ, sagte sie, sie sei doch nur noch aus Mitleid mit ihm zusammen. Und er meint, es sei so mit das Ekligste, "bemitleidet" zu werden. Ich kann das ganze "Du schaffst das schon" nicht mehr hören - und bilde mir so manchmal ein, ein warmer Mitleidsregen wäre mir lieber. Das braucht aber nicht zu stimmen - in der Regel fehlt mir jede Möglichkeit, das aus zu probieren.

Der ehemalige Kollege C., als er abserviert war, und sich zum Gespräch mit mir im Pub traf, sagte: "Es ist viel schwerer, gehasst zu werden, als bemitleidet. Ich beneide Menschen, die gehasst werden." Ich verstand ihn, sein Bild auf sich, er wirkte tatsächlich wie eine arme Haut, produzierte das aber auch selbst - und schlug mit diesen Worten meine Versuche zu Trösten aus. Der zweite Teilsatz blieb mir erst recht femd: Neid auf Menschen, die gehasst werden... (?)

Das christliche Mitleid ....von Nietzsche verteufelt... in einer nicht abwegigen Argumentation.

Und doch gibt es die Sehnsucht nach etwas, das dann vermutlich Mitgefühl heißt...

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